Die Rürup-Rente, offiziell Basisrente, ist eine private Altersvorsorge mit hohem Steuervorteil, aber eingeschränkter Flexibilität. Sie eignet sich vor allem für Selbstständige und Gutverdiener.
Die Rürup-Rente ist eine private Rentenversicherung, die der Staat steuerlich fördert und die nach den Regeln der gesetzlichen Rente aufgebaut ist. Sie zahlt eine lebenslange Rente und ist nicht kapitalisierbar, ein Teil des Guthabens kann also nicht als Einmalzahlung entnommen werden.
Die Rentenzahlung beginnt frühestens mit 62 Jahren. Die Basisrente gibt es als klassische Variante, fondsgebunden oder als Sofortrente. Rechtsgrundlage ist § 10 EStG (Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b).
Die Basisrente eignet sich vor allem für Selbstständige und Freiberufler ohne Zugang zu Riester oder betrieblicher Altersvorsorge sowie für Gutverdiener mit hohem Steuersatz. Für Menschen mit geringem Einkommen ist der Vorteil meist kleiner.
Seit 2023 sind Beiträge zur Basisrente zu 100 Prozent als Sonderausgaben absetzbar, bis zum Höchstbetrag von 30.826 Euro für Alleinstehende und 61.652 Euro bei Zusammenveranlagung im Jahr 2026.
Auf den Höchstbetrag werden Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und zu Versorgungswerken angerechnet. Für Selbstständige ohne Pflichtbeiträge steht deshalb meist mehr Spielraum zur Verfügung. Wie hoch der Steuervorteil im Einzelfall ist, hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab.
Bei der Auszahlung werden die Renten nachgelagert besteuert. Der steuerpflichtige Anteil steigt für neu beginnende Renten schrittweise und erreicht für Rentenbeginn ab 2058 die vollen 100 Prozent. Die Höchstbeträge ändern sich jährlich, prüfe sie vor Abschluss.
Der größte Nachteil ist die geringe Flexibilität: Das Guthaben lässt sich nicht beleihen, nicht als Kapital auszahlen und nur eingeschränkt vererben.
Ab 2027 steht mit dem Altersvorsorgedepot eine weitere geförderte Option offen, die auch Selbstständige nutzen können. Die Basisrente punktet beim Steuervorteil, das Depot bei Flexibilität und Zulagen.
Welche Variante besser passt, hängt von Steuersatz, Anlagehorizont und gewünschter Flexibilität ab. Eine Kombination beider Bausteine ist möglich.
Beides ist dasselbe. Basisrente ist die offizielle Bezeichnung, Rürup-Rente der umgangssprachliche Name nach dem Ökonomen Bert Rürup.
Beiträge sind 2026 bis 30.826 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 61.652 Euro (Zusammenveranlagung) zu 100 Prozent absetzbar. Wie viel du sparst, hängt von deinem Steuersatz ab.
Nein. Die Basisrente zahlt eine lebenslange monatliche Rente ab frühestens 62 Jahren. Eine Kapitalauszahlung ist nicht vorgesehen.
Nur eingeschränkt. Eine Hinterbliebenenrente ist für Ehe- oder Lebenspartner und kindergeldberechtigte Kinder möglich, ein Kapital wird nicht vererbt. Die Bedingungen hängen vom Vertrag ab.
Meist weniger, da Angestellte Riester und betriebliche Altersvorsorge nutzen können. Bei hohem Einkommen und hohem Steuersatz kann sie trotzdem sinnvoll sein.
Die Rürup-Rente ist eine steuerlich attraktive, aber unflexible Altersvorsorge. Sie lohnt sich vor allem für Selbstständige und Gutverdiener, die ihre Steuerlast senken und sich eine lebenslange Rente aufbauen wollen. Vor dem Abschluss sollten Alternativen wie das Altersvorsorgedepot und die persönliche Liquiditätsplanung geprüft werden.